Sieben Zugaben beim Cinema-Konzert

Schongau – Solch eine Euphorie gibt es selten: Beim „Cinema-Konzert“ im Schon- gauer Ballenhaus waren die Zuhörer so begeistert, dass die Sänger am Ende gleich sieben Zugaben geben mussten. Und das sogar mit einem Überraschungsgast.

Man hört sie immer wieder gern: Melodien, die einst im Kino oder auf der Musical- bühne ertönten und dann um die ganze Welt gingen. So auch an dem Abend, zu dem der Kulturverein Schongauer Land geladen hatte: Die legendären Film-Klassiker, die Leona und Stefan Kellerbauer (Sopran und Tenor) mit Klavierbegleitung von Martina Hußmann auf die Bühne brachten, kamen beim Publikum gut an. Beschwingt zog Leona Kellerbauer mit dem bekannten Song „Cabaret“ aus dem gleichnamigen Musical in den Saal. Nach „Be my love“ aus „Der Fischer von Louisiana“ und „My funny valentine“ aus „Babes in Arms“ wurde es erst mal ein bisschen ernster: Mit „Ein Land ist Mein“ (Exodus) brachte Stefan Kellerbauer den Auszug aus Ägypten ausdrucksstark auf die Bühne.

Großen Anteil am Konzertabend hatten aber viel- mehr die Themen Liebe und Leidenschaft wie etwa „Nur nicht aus Liebe weinen (eine berauschende Ballnacht): Das Lied aus dem deutschen Film- Melodram von 1939 mit den damaligen Superstars Zarah Leander und Marika Rück wurde von Leona Kellerbauer sehr emotional vorgetragen. Besonders in den hohen Lagen beeindruckte die Sopranistin mit ihrer Stimmgewalt. Und alles ganz ohne Mikro, versteht sich.

Ebenfalls sehr gelungen war „Ein Lied geht um die Welt“: Bei dem Stück aus dem gleichnamigen Film begeister- ten die Eheleute Kellerbauer als Duett. Eine sehr heitere, auch schauspielerisch gut umgesetzte Darbietung erlebten die Zu- hörer dann beim Duett „In einer kleinen Konditorei“: Bei den zweistimmigen Songteilen har- monierten die Stimmen von Leona und Stefan Kellerbauer ganz wunderbar.

Großen Anklang fanden beim Publikum auch die Soli der Pianistin Martina Hußmann „Mi mancherai“ aus „Il postino/Der Postmann und „As time goes by“ aus dem Filmklassiker „Casablanca“. Zuvor konnten die Zuhörer aber noch mit Frank Sinatras „My Way“ und „Theme from New Y ork“ in Erinnerungen schwelgen.

Einen absoluten Höhepunkt brachte Leona Kellerbauer mit „Moon River“ auf die Bühne: Mit ihrer bezaubern- den Interpretation des Songs, den einst Audrey Hepburn an einem Fenster sitzend in „Frühstück bei Tiffany“ gesungen und damit zu einem Welthit gemacht hatte, zog die Sopranistin in Schongau das Publikum in ihren Bann.

Ein Hochgenuss war auch „Doktor Schiwago“: Die bewegende Melodie wurde von Stefan Kellerbauer als Trompetensolo vorgetragen.

Bei „Drei Herzen im Drei- vierteltakt“, dem letzten Stück des offiziellen Teils durfte dann kräftig mitgesungen werden. Ebenso wie bei den vielen Zugaben, die sich die Zuhörer am Ende erklatschten – angefangen von dem südameri- kanischen V olkslied „Cielito Lindo“ über „Libiamo“ aus der italienischen Oper „La Traviata“. Und zu „ja, ja der Chianti- Wein, der lädt uns alle ein…“ klatschte der Saal gleich begeistert mit. Sogar Walzer wurde am Ende noch getanzt.

Zuvor betrat aber noch ein Überraschungsgast die Bühne: Die achtjährige Tochter der beiden Sänger, Isabella, beeindruckte mit den zwei Stücken „Dona, dona“ und einem Medley aus „Zwei kleine Wölfe“ und „I like the flowers“. Über den tosenden Applaus freute sich das Mädchen sichtlich.

MANUELA SCHMID

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